Therapie
Die Therapie einer Demenz gestaltet sich aufgrund der vielfältigen Beeinträchtigungen (Gedächtnis, Kognition, Handlungsplanung/ -durchführung, Sozialverhalten etc.) schwierig. Als zurzeit realistische Therapieziele in der Behandlung Dementer sind anzusehen:

- Erhalt der noch vorhandenen intellektuellen Leistungsfähigkeit
- Verminderung des Fortschreitens (Progredienz) des demenziellen Abbaus bzw. Verschiebung des demenziellen Abbaus um einen längeren Zeitraum
- Entlastung der Pflegepersonen (Angehörigen) durch Verminderung der Komplikationen (Wahn, Aggressivität, ‘Wandering’, etc.)

Bei der Planung einer Therapiestrategie für demente Patienten sind daher eine Reihe von Punkten zu berücksichtigen:
1. Behandlung der Grunderkrankung des Patienten, wenn möglich
2. Behandlung der intellektuellen Beeinträchtigungen
3. Behandlung der Komplikationen der Demenz (symptomatische Therapie)
4. Unterstützung der Angehörigen bei der Betreuung dementer Angehöriger

1. Behandlung der Grunderkrankung
Eine Therapie der Grunderkrankung ist v.a. bei sekundären Demenzen sinnvoll, denn bei einer frühzeitigen Behandlung kann der demenzielle Abbau noch (teil-) reversibel sein. Die dazu notwendigen Behandlungs-strategien können in Abhängigkeit von der Grunderkrankung vielfältig sein.

2. Behandlung der intellektuellen Beeinträchtigungen
Zur Therapie von Dementen stehen eine Reihe von Behandungsmaßnahmen zur Verfügung:
- Medikamente (Antidementiva, evt. auch Nootropika)
- kognitive Aktivierung
- psychosoziale Aktivierung (v.a. Milieutherapie)
- supportive Psychotherapie

Angesichts der Komplexität der Erkrankung ist meist eine Kombination der genannten Therapieverfahren erforderlich, z.B. eine medikamentöse Behandlung, supportiver Psychotherapie sowie einer psychosozialen Aktivierung. Leider unterbleibt bei Dementen sehr häufig eine adäquate Behandlung, da sie als aussichtslos angesehen wird. Der Zeitpunkt der therapeutischen Maßnahme richtet sich weitgehend nach dem Stadium des demenziellen Abbaus.

Der Einsatz von Antidementiva wird unter verschiedenen Gesichtspunkten zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Hintergrund ist die geringe Effektstärke von Antidementiva (Acetylcholinesterasehemmer und Memantine). In diesem Zusammenhang sei auf die Stellungnahmen des IQWiG [7,8] und der wissenschaftlichen Fachgesellschaften (DGPPN und DGN)[6, Kap. 3.1 und 3.8] sowie DGGPP [4,5] verwiesen.

3. Behandlung der Komplikationen der Demenz (symptomatische Therapie)
Die psychiatrischen Störungen wie depressive Verstimmung und Wahn, die häufig bei einer Demenz auftreten, können medikamentös behandelt werden. Der Einsatz von Neuroleptika zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz wird in der Fachliteratur kritisch diskutiert (s.[11]). Hier sei auf die entsprechenden Stellungnahmen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften DGPPN und DGN [6, Kap. 3.7.2, 3.7.3. und 3.8.] sowie DGGPP [3] verwiesen.

4. Stützung der Angehörigen von Dementen
Zu Unterstützung von Angehörigen von Dementen sind Programme entwickelt worden, die helfen die psychische Belastung für die Pflegepersonen verringern und damit in vielen Fällen auch die Verlegung in ein Pflegeheim hinausschieben. In diesem Zusammenhang ist auf die Empfehlungen der Angehörigenverbände, z.B. Deutsche Alzheimer Gesellschaft [12] zu verweisen.